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Soziale Verantwortung für die Berberfamilien

 
 

HANDPRESSUNG SCHAFFT HÖCHSTE WERTSCHÖPFUNG FÜR DIE FRAUENKOOPERATIVEN

 
 
 
 

Die Arganerie (Argania Spinosa) gilt für die Berberfamilien als „Baum des Lebens”. Sie versorgt die Berberstämme mit fast allem, was diese benötigen: Holz als Brennstoff und Gerüst für ihre Lehmhäuser. Die Blätter und der „Presskuchen”, der bei der Herstellung mittels Handpressung anfällt, ist ein nährstoffreiches Futtermittel für die Tiere, da hier noch viel Arganöl enthalten ist.

Das handgepresste Arganöl aus den Arganmandeln dient als wichtiges Lebensmittel in der täglichen Ernährung, es dient zur wirksamen Haut- und Haarpflege für Babys, Kinder und Erwachsene und ist seit jeher ein fester Bestandteil in der traditionellen marokkanischen Medizin.

Wertvoll ist Arganöl jedoch vor allem für die Produzentinnen aufgrund seiner sozialen Bedeutung und seiner ökonomischen und ökologischen Einzigartigkeit.

 
 
 
 

+ Nur Berberfrauen beherrschen die Technik der Handpressung

Die Berberfrauen sind die einzigen, die noch die Fertigkeit der Herstellung von original handgepresstem Arganöl beherrschen. Von Generation zu Generation wurde diese besondere Technik weitergegeben.

1998 hat die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) auf Bitten des Marokkanischen Königs den Frauen eine Selbstverwaltung mit dem Namen U.C.F.A. (Union des Cooperatives des Femmed de l’Arganeraie) gegeben.

 
 

+ Die unerfahrenen Frauen hatten keine Chance

Als wir 2004 zum ersten mal in die Arganeraie kamen standen die Frauenkooperativen der UCFA vor dem aus. Moderne Pressmaschinen in den Großstädten und teilweise in Frankreich, die die Arganfrüchte wesentlich effizienter und schneller pressen konnten, nahmen den Familien die Arbeit und damit das Einkommen weg. Maschinell gepresstes Arganöl galt als vermeintlich „modern“ während das traditionell handgepresste Arganöl „veraltet“ und damit als weniger wert angesehen wurde, obwohl die Qualität wesentlich besser und die handwerkliche Fertigkeit wesentlich aufwendiger ist.

Die unerfahrenen Kooperativen versuchten vergeblich ihr Arganöl auf dem Weltmarkt zu vermarkten. Erst mit der Hilfe und Unterstützung von Argand’Or, das aus dem qualitativ hochwertigen aber unbekannten Arganöl eine Premiummarke machten, überlebten die damals 4 Frauenkooperativen.

Argand’Or übernahm 2005 die weltweite Vermarktung von handgepresstem Arganöl und sorgt auf diese Weise in einer fairen und nachhaltigen Partnerschaft für den Erhalt und den Ausbau der Kooperativen. Die Frauen erhielten zum ersten mal ein eigenes und regelmäßiges Einkommen. Sie lernen Lesen und Schreiben, denn wer in der Kooperative arbeitet nimmt an den Alphabetisierungsmaßnahmen teil. Argand'Or schult die Frauen und bildet sie aus, damit die traditionelle Ölgewinnung den europäischen Lebensmittelgesetzen und der Bio-Verordnung entsprechen kann.

Die regelmäßige Einnahmequelle stärkt das Selbstbewusstsein und die soziale Stellung der Frauen und fördert damit die Gleichstellung der Geschlechter. Die Familien können ihre Kinder zur Schule schicken.

Heute befinden sich 23 Kooperativen unter dem Dach der U.C.F.A. Rund 1.300 Frauen ernähren mit Ihrer Ölproduktion ca. 6.000 Personen in der Arganeraie und immer mehr Familien schließen sich der Partnerschaft an.

Argand’Or ist bis heute das einzige deutsche Unternehmen, das sich in Kooperation mit der GIZ vor Ort für die Frauenkooperativen und deren Familien in der Arganeraie engagiert. 

 
 

+ Die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der traditionellen „Handpressung“ gegenüber der „industriellen Erzeugung (Kaltpressung)“

Beide Herstellungsverfahren werden heute von unterschiedlichen Akteuren mit unterschiedlicher Beteiligung der Produzenten an der Wertschöpfungskette angewendet. Das manuelle Verfahren wird in den gewachsenen Dorfgemeinschaften durchgeführt, während das mit hohem Extraktionsgrad arbeitende maschinelle Pressverfahren (Kaltpressung) in Fabriken von privaten Unternehmen meist in den Großstädten stattfindet. Die GIZ, die die Herstellung von Arganöl seit vielen Jahren in Marokko begleitet hat, hat das Marktgeschehen und seine sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Bevölkerung analysiert und in dem Bericht “Wertschöpfungsketten zum Erhalt der biologischen Vielfalt für Landwirtschaft und Ernährung” beschrieben.

 
 

+ Maschinelle, industrielle Herstellung fördert die Armut

... so schreibt die GIZ in Ihrer Studie. Die industrielle Produktion, wie sie von „einigen privaten Großproduzenten betrieben wird, setzt eine regelmäßige Lieferung von Früchten und Arganmandeln zur Auslastung der Maschinen voraus. Dies hat zu einer Verlagerung der Produktion und Ölgewinnung in die urbanen Zentren geführt.

Für die Produzentinnen blieb ein reiner Rohstoffmarkt, der die dörflichen Familien, die die Nutzungsrechte für die Arganbäume besitzen, zu reinen Rohstofflieferanten umfunktionierte. Der Ankauf der Früchte von den Familien liegt primär in den Händen von Grossisten, die mit einem Netz kleiner Aufkäufer zusammenarbeiten“, beschreibt die deutsche GIZ das Marktgeschehen in Marokko.

Und weiter: „Der Markt der Mandeln basiert auf Basis persönlicher Beziehungen zwischen Produzenten und Händlern. Der Preis, den die Familien für das Schälen und Aufbrechen von 1 Kilo Mandeln - Arbeitszeit ca. 6 Stunden - erhalten, liegt lediglich bei rund 30 Dhs (EUR 2,80)“.

„Maschinell gepresstes Arganöl von Privatunternehmen hat nicht immer eine vergleichbar hohe Qualität wie handgepresstes Arganöl, da es häufig aus zugekauften oder schlecht selektierten Mandeln (manchmal tierisch vorverdaut) gepresst wird, deren Herkunft nicht immer ausreichend geprüft werden kann“.

 
 

+ Private Vermarkter werben mit positiven Image der Kooperativen

„Einige Privatunternehmen verwenden auch das Bild der ölherstellenden Frauen in der Arganeraie in ihrer Werbung“, bemerkt die GIZ, „ ohne dass diese Produzentinnen an der Wertschöpfung beteiligt werden. So wird das positive Image der Frauenkooperativen eines hochwertigen und wertvollen Öls für die Vermarktung von billigem Arganöl der privaten Ölmühlen aus Casablanca oder Agadir verwendet.“ So berichtet die GIZ in ihrer Studie.

 
 

+ Nur traditionelle Handpressung hat höchsten Wertschöpfungsgrad

Zurtraditionellen Herstellung des Arganöls in den Familien mittels der einzigartigen Handpressung schreibt die deutsche GIZ in ihrem Bericht:

Die Herstellung von Arganöl in den Familien sichert diesen über das Jahr verteilte Beschäftigung und Einkommen. Das Arganöl bildet für sie oft die einzige Einkommensquelle, über die sie selbst verfügen können.

Der gesamte Herstellungsprozess, von der Bewirtschaftung der Bäume über das Schälen der Früchte bis zur Pressung mittels Hand, bleibt in den Händen und unter der Kontrolle der Produzentinnen. Dieses Verfahren sichert die hohe Qualität und den vollen Erhalt der wirksamen Inhaltsstoffe.

Die Wertschöpfungskette von handgepresstem Arganöl erfüllt zahlreiche Kriterien der Armutsminderung, verbessert die Lebensbedingungen und sorgt für ein regelmäßiges monitäres Einkommen.

 
 

+ Handpressung fördert die soziale Stellung der Frauen

„Fördermaßnahmen und Aktivitäten innerhalb der Wertschöpfungskette begünstigen die Gleichstellung der Geschlechter und die politische, wirtschaftliche und soziale Beteiligung von Frauen, besonders im Bereich der Ausbildung. Es fördert die Kommunikation und den Zusammenhalt zwischen den Frauen verschiedener Familien und Dorfgemeinschaften, stärkt ihr Selbstbewusstsein und ihre soziale Stellung in der Dorfgemeinschaft.

Das Vermitteln von Wissen über das Funktionieren von Märkten, die Bedeutung von Marketing etc. stärken die wirtschaftliche Stellung der Frauen in der Wertschöpfungskette.

Die Unterstützung der Frauenkooperativen trägt auch zum Schutz der Umwelt und der natürlichen Ressourcen bei. Die nachhaltige Bewirtschaftung der Arganbaumbestände durch die Frauen sichert das Überleben einer Vielzahl von im Schatten seiner Krone wachsenden Pflanzen, die als Nutz- und Heilpflanzen verwendet werden.“

Die oben genannten Ausführungen sind Zitate und Auszüge aus der Studie der GIZ “Wertschöpfungsketten zum Erhalt der biologischen Vielfalt für Landwirtschaft und Ernährung” - Mai 2006.

Interessierte Leser(innen) können hier die Studie der GIZ als pdf ansehen und runterladen:

 
 
 
 
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