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EINE DORNIGE ANGELEGENHEIT

 
 
 

Die Ernte der Arganfrüchte ist mühsam, weil die Arganie nicht wie ein Olivenbaum geschüttelt werden darf, denn bei einem gleichzeitigen Bestand an Früchten und Blüten, würden die Blüten mit abfallen und damit die nächste Ernte gefährden. Da die scharfen Dornen der Äste eine Handlese direkt vom Baum verhindern warten die Berberfrauen, bis die Früchte von selbst zu Boden fallen und lesen sie dann auf. Dabei ziehen die Frauen während der Erntezeit oft mehrere Tage mit Eseln und Körben durch die Arganhaine.

Die Früchte werden anschließend in der Sonne getrocknet und später vor Sonnenstrahlen geschützt trocken eingelagert.

Während der Haupterntezeit der Früchte zwischen Juli und September ist die Arganeraie für die Beweidung gesperrt.

Bei fachgerechter Lagerung bewahren die Früchte über 5 Jahre ihre Haltbarkeit. Auf diese Weise kann das handgepresste Arganöl, anders als z.B. Olivenöl oder Rapsöl immer frisch, je nach Bedarf, hergestellt und gepresst werden.

Seit alten Zeiten wird gerne berichtet, dass die Berber zum Ernten ihre Ziegen auf die Bäume klettern lassen um die reifen Früchte abzufressen. Wenn die Früchte dann durch den Verdauungstrakt der Tiere gewandert seien und ausgeschieden werden, brauchten nur noch die fleischlosen Kerne aus den Kot ausgelesen und verarbeitet werden. Arganöl aus den ausgeschiedenen Kernen soll sogar besonders wirksam sein, wird berichtet.



Der Wahrheitsgehalt solcher Legenden ist schwer zu prüfen. Heutzutage jedenfalls unterliegt die Herstellung strengen Vorschriften und hygienischen Kontrollen.   

 
 
 
 
 
 
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