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Nachhaltige und ökonomische Verantwortung für den Arganbaum und das Arganöl in Marokko
Bestandsbildend tritt der Arganbaum auf den südlichen Abhängen des Hohen Atlas, auf den nördlichen Abhängen des westlichen Anti-Atlas und den dazwischen liegenden Flussbecken der Flüsse Souss und Massa auf. Diese Region wird Arganeraie genannt. Die Region Arganeraie umfasst 6 Provinzen (Esssaouira, Taroudant, Agadir Ida-Outananane, Inezgane Ait Melloul, Chtouka Ait Baha und Ziznit). In diesem ländlichen Raum leben rund 2 Millionen Menschen überwiegend von Land- und Forstwirtschaft. Wegen seiner Einzigartigkeit wurde das Gebiet zum Biosphären-Reservat erklärt und 1999 unter den Schutz der UNESCO gestellt und zum Weltkulturerbe erhoben.
Die Wälder der Arganeraie sind nicht in Privatbesitz sondern seit der Jahrhundertwende in der Mehrzahl Staats- und Kommunaleigentum. Ihre Nutzung durch die im und am Wald lebende Bevölkerung wird seit 1925 über ein eigens für den Arganwald eingeführtes Nutzungsrecht geregelt. 1995 startete auf Einladung und im Auftrag der marokkanischen Regierung die deutsche GIZ das marokkanisch-deutsche Projekt PCDA – Protection et Developpement de l’Arganerair - „Schutz und Entwicklung der Arganeraie“, in deren Mittelpunkt die Entwicklung von nachhaltigen Nutzungskonzepten für das Reservat standen. Mit Unterstützung der deutschen GIZ wurde 1999 der erste Zusammenschluss von fünf Frauenkooperativen aus vier Provinzen der Arganeraie mit dem Namen „Union der Frauenkooperativen der Arganeraie“ U.C.F.A. gebildet. Die in den Anfängen wenig erfahrene U.C.F.A. überlebte nach Aussage der GIZ und marokkanischer Organisationen Ende 2004 ökonomisch nur durch einen von der GIZ bereitgestellten Betriebsfonds, die finanziellen Zuwendungen der „Stiftung Mohammed V“ und die enge Partnerschaft mit der Argand’Or GmbH (Public-Privat-Partnership). Diese erfolgreiche und beispielhafte Verbindung führte zu einer nachhaltigen Stärkung der U.C.F.A. und zu einer stetigen Steigerung von Anfragen weiterer Kooperativen, die sich der Union anschließen möchten. Aus den anfänglich 4 Frauenkooperativen sind mittlerweile 23 Kooperativen geworden. Heute produzieren 1300 Berberfrauen in fairer, sozialer und nachhaltiger Partnerschaft mit Argand’Or handgepresstes Arganöl und ernähren mit Ihrer Arbeit die Familien. Gemeinsam mit den zuständigen marokkanischen staatlichen Stellen setzt sich Argand’Or für die rechtliche Anerkennung einer geschützten geografischen Ursprungsbezeichnung - analog IG, DOC oder AOC - von Arganöl ein.
Argand’Or kämpft gegen die Ausfuhr von Arganfrüchten und -mandeln ins europäische Ausland. Ende April 2010 fand in Meknes, Marokko die 4. internationale Agrarausstellung SIAM (Salon International de l’Agriculture au Maroc) unter der Schirmherrschaft S.M. König Mohammed VI statt. Mit über 600.000 Besuchern und 600 Ausstellern aus 20 Ländern ist sie die bedeutendste Landwirtschaftsmesse im nordafrikanischen Raum. Gastland der diesjährigen Ausstellung war Deutschland. Auf Einladung des marokkanischen Landwirtschaftsministerium nahm Argand’Or als deutsche Unternehmensvertretung am deutsch-marokkanischen Unternehmerforum der Messe teil. Vor 1500 internationalen geladenen Gästen berichtete Mohamed El Karz, Geschäftsführer des deutsch-marokkanischen Unternehmens Argand’Or, über das nachhaltige Projekt mit handgepresstem Arganöl und die seit rund fünf Jahren bestehende faire und soziale Partnerschaft mit den Frauen der UCFA (Union des Coopératives des Femmes de l’Arganeraie).
Mit der Modernisierung der Landwirtschaft im Rahmen des „Plan-Maroc-Vert“ unternimmt
Marokko erhebliche Anstrengungen, den Export von Agrarprodukten auszubauen.
Der Plan ruht auf zwei Säulen. Während sich die erste Säule
mit der Entwicklung und den Ausbau von landwirtschaftlichen Großprojekten
mit höchster Effizienz beschäftigt, konzentriert sich die zweite
Säule auf den Erhalt der Vielfalt an Kleinbetrieben und die gezielte
Förderung landestypischer Strukturen und Produkte. Das „Best
Practise“ Modell Argand’Or gilt als Vorbild für eine ökonomisch
soziale und nachhaltige Zusammenarbeit zwischen Kooperativen und Kleinbauern
und nationalen und internationalen Unternehmen.
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