Argand'Or***Arganie
 

Soziale und nachhaltige Verantwortung für das Arganöl und die Arganeraie

Die Arganie (Argania Spinosa) gilt für die Berberfamilien als „Baum des Lebens”. Sie versorgt die Berberstämme mit fast allem, was diese benötigen: Holz als Brennstoff und Gerüst für ihre Lehmhäuser. Die Blätter und der „Presskuchen”, der bei der Herstellung mittels Handpressung anfällt, sind Futter für die Tiere. Das handgepresste Arganöl aus den Arganmandeln gilt als wichtiges Lebensmittel und wirksame Hautpflege für Babys, Kinder und Erwachsene.

U.C.F.A.Argand’Or GmbH vertritt weltweit die Interessen der U.C.F.A. - Union des Coopératives des Femmes de l’Arganeraie Unter diesem Dach haben sich 1999 der größte Teil der Berberfrauen, die noch als einzige die Fertigkeit der Herstellung von original handgepresstem Arganöl beherrschen, in Kooperativen zusammengeschlossen und eine Selbstverwaltung gegeben. Rund 23 Kooperativen mit 1.000 Frauen organisieren auf diese Weise die Bewirtschaftung der Arganbäume, die Ernte, die Lagerung und die Produktion und sorgen so für den Lebensunterhalt von ca. 6.000 Personen. Weitere Kooperativen warten bereits auf ihre Akkreditierung.

Die soziale und wirtschaftliche Bedeutung der traditionellen „Handpressung“ gegenüber der „industriellen Erzeugung“ von Arganöl.

Beide Herstellungsverfahren werden heute von unterschiedlichen Akteuren mit unterschiedlicher Beteiligung der Produzenten an der Wertschöpfungskette angewendet. Das manuelle Verfahren wird in den gewachsenen Dorfgemeinschaften durchgeführt, während das mit hohem Extraktionsgrad arbeitende maschinelle Pressverfahren in Fabriken von privaten Unternehmen meist in den Großstädten stattfindet. Die GIZ – Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, die die Herstellung von Arganöl seit vielen Jahren in Marokko begleitet hat, hat das Marktgeschehen und seine sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Bevölkerung analysiert und in dem Bericht “Wertschöpfungsketten zum Erhalt der biologischen Vielfalt für Landwirtschaft und Ernährung” beschrieben.

Die industrielle Produktion, wie sie von „einigen privaten Großproduzenten betrieben wird, setzt eine regelmäßige Lieferung von Mandeln zur Auslastung der Maschinen voraus. Dies hat zu einer Verlagerung in die urbanen Zentren geführt. Es entstand ein reiner Rohstoffmarkt, der die dörflichen Familien , die die Nutzungsrechte für die Arganbäume besitzen, zu reinen Rohstofflieferanten umfunktionierte. Der Ankauf der Früchte von den Familien liegt primär in den Händen von Grossisten, die mit einem Netz kleiner Aufkäufer zusammenarbeiten“, beschreibt die deutsche GIZ das Marktgeschehen in Marokko. Und weiter: „Der Markt der Mandeln basiert auf Basis persönlicher Beziehungen zwischen Produzenten und Händlern. Der Preis, den die Familien für das Schälen und Aufbrechen von 1 Kilo Mandeln - Arbeitszeit ca. 6 Stunden - erhalten, lag 2005 zwischen 15 und 20 Dhs (EUR 1,40 bis EUR 1,80)“.

„Maschinell gepresstes Arganöl von Privatunternehmen hat nicht immer eine vergleichbar hohe Qualität wie handgepresstes Arganöl, da es aus zugekauften Mandeln gepresst wird, deren Herkunft (tierisch vorverdaut oder aus der Frucht) nicht immer ausreichend geprüft werden kann“.

„Einige Privatunternehmen verwenden auch das Bild der ölherstellenden Frauen in der Arganeraie in ihrer Werbung“, bemerkt die GIZ, „ ohne dass diese Produzentinnen an der Wertschöpfung beteiligt werden. So wird das positive Image der Frauenkooperativen eines hochwertigen und wertvollen Öls für die Vermarktung von billigem Arganöl der privaten Ölmühlen aus Casablanca oder Agadir verwendet.“

Zur traditionellen Herstellung des Arganöls in den Familien mittels der einzigartigen Handpressung schreibt die deutsche GIZ in ihrem Bericht: „Die Herstellung von Arganöl in den Familien sichert diesen über das Jahr verteilte Beschäftigung und Einkommen. Das Arganöl bildet für sie oft die einzige Einkommensquelle, über die sie selbst verfügen können.“

Der gesamte Herstellungsprozess, von der Bewirtschaftung der Bäume über das Schälen der Früchte bis zur Pressung mittels Hand, bleibt in den Händen und unter der Kontrolle der Produzentinnen. Dieses Verfahren sichert die hohe Qualität und den vollen Erhalt der wirksamen Inhaltsstoffe.

„Die Wertschöpfungskette von handgepresstem Arganöl erfüllt zahlreiche Kriterien der Armutsminderung, verbessert die Lebensbedingungen und sorgt für ein regelmäßiges monitäres Einkommen.“

Frauen„Fördermaßnahmen und Aktivitäten innerhalb der Wertschöpfungskette begünstigen die Gleichstellung der Geschlechter und die politische, wirtschaftliche und soziale Beteiligung von Frauen, besonders im Bereich der Ausbildung. Es fördert die Kommunikation und den Zusammenhalt zwischen den Frauen verschiedener Familien und Dorfgemeinschaften, stärkt ihr Selbstbewusstsein und ihre soziale Stellung in der Dorfgemeinschaft.“

 

„Das Vermitteln von Wissen über das Funktionieren von Märkten, die Bedeutung von Marketing etc. stärken die wirtschaftliche Stellung der Frauen in der Wertschöpfungskette.“
„Die Unterstützung der Frauenkooperativen trägt auch zum Schutz der Umwelt und der natürlichen Ressourcen bei. Die nachhaltige Bewirtschaftung der Arganbaumbestände durch die Frauen sichert das Überleben einer Vielzahl von im Schatten seiner Krone wachsenden Pflanzen, die als Nutz- und Heilpflanzen verwendet werden.“

Die oben genannten Ausführungen enthalten Zitate und Auszüge aus der Studie der GIZ “Wertschöpfungsketten zum Erhalt der biologischen Vielfalt für Landwirtschaft und Ernährung” - Mai 2006. Interessierte Leser(innen) möchten wir auf die Originaldokumente der Studie auf der Website der GIZ hinweisen:

In Kooperation mit der GIZ und der EU-Delegation UGP - Unité de Gestion du Projet Arganier - , mit Unterstützung deutscher Labors und dem Know how staatlich anerkannter, vereidigter Lebensmittelchemiker hat Argand’Or GmbH ein umfassendes Hygiene- und Qualitätssystem für die dezentrale Herstellung in den Dorfgemeinschaften etabliert, das den europäischen und internationalen Anforderungen und Standards entspricht.

Frauen ArganölDie Frauenkooperativen werden von Argand’Or in Fragen der Organisation, Logistik und Vermarktung beraten. Wir sorgen für den internationalen Absatz des produzierten Arganöls, den Aufbau von Vertriebsstrukturen, den strategischen Aufbau von Image und Bekanntheit für original handgepresstes Arganöl und die wettbewerbsrechtliche Überwachung dieses einzigartigen Kulturguts.

Mit dem Verkauf von Argand’Or Arganöl und seinen Produkten verhelfen wir den Frauen zu einem regelmäßigen Einkommen und sichern damit ihre Lebensbedingungen. Die Wertschöpfung der Produktion bleibt bei den Kooperativen („Fairer Handel“). Mit dieser partizipativen Partnerschaft wird erreicht, dass die Frauen eigenständig die Familie ernähren und ihre Kinder zur Schule schicken können.

gizGemeinsam mit engagierten Frauen, wie Dr. Elke Boehnert (Buhl-Böhnert Organisation- und Partnerschaftgesellschaft mbH) und mit Unterstützung der königlichen Stiftungen („Stiftung Mohammed V“ und „Stiftung Mohammed VI“) arbeitet Argand’Or am Erhalt der sozialen Strukturen. Die nachhaltige Bewirtschaftung des Arganwaldes in Südmarokko durch die ortsansässigen Frauen und die Einrichtung eines international anerkannten Qualitätsmanagementsystems für handgepresstes Arganöl (HACCP), so wie Schulungen und Fortbildungsmaßnahmen für die Frauen der UCFA, sind Ziele eines im Januar 2008 gestarteten Public Private Partnership (PPP)-Projektes zwischen der deutschen GIZ (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) und der Argand’Or GmbH.