Argand'Or***Arganie
 

Unsere praktische Hilfe

Starke Partnerschaft für das Gold Marokkos:
GIZ und Argand’Or kooperieren im letzten Anbaugebiet der Arganbäume

Seit fast 800 Jahren stellen marokkanische Berberfrauen handgepresstes Arganöl, eines der wertvollsten Öle der Welt, her. Heute wachsen die selten gewordenen Arganbäume, aus deren Mandeln das unter Gourmets in aller Welt geschätzte Arganöl gewonnen wird, nur noch in der Arganeraie, im Südwesten Marokkos. Die fortschreitende Industrialisierung, so wie zurückgehende Niederschläge gefährden die sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Strukturen, die über Generationen hinweg für ein stabiles Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur gesorgt haben.

Unter der Schirmherrschaft Seiner Majestät König Mohammed VI von Marokko fand im Mai 2008 das Maroc-Forum in Offenbach statt. In Anwesenheit des marokkanischen Ministers für Wirtschafts- und allgemeine Angelegenheiten Herrn Nizar Baraka, der marokkanischen Kulturministerin Frau Touria Jabrana Kraytif, des hessischen Staatsministers Herrn Stefan Grüttner und seiner Exzellenz des Botschafters des Königreiches Marokko Herr Rachad Bouhlal, stellten die Argand’Or GmbH und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) gemeinsam ein Projekt vor, das dem handgepressten Arganöl eine Perspektive gibt.

UCFA - Handgepresst„Ohne die Hilfe der GIZ beim Aufbau unserer Kooperativen und ohne das Engagement von Argand’Or bei der weltweiten Vermarktung könnten wir weder Arganöl in seiner ursprünglichen und höchsten Qualitätsstufe herstellen noch die traditionellen Strukturen unserer Stämme aufrecht erhalten“, sagt Fatima Amehry, Präsidentin der UCFA (Union des Coopératives des Femmes de l’Arganeraie). In diesem Dachverband haben sich 22 Kooperativen mit rund 1000 Frauen zusammengeschlossen, um handgepresstes Bio-Arganöl aus dem Biosphärenreservat Arganeraie herzustellen und zu vermarkten. Die GIZ leistete bei der Gründung der UCFA im Jahr 1999 bereits organisatorische, wirtschaftliche und technische Aufbauhilfe, die Argand’Or GmbH baut seit 2005 ein internationales Vermarktungssystem auf, das den 1000 Frauen und deren Familien eine wirtschaftliche Grundlage sichert.

Doch schnelles Gewinnstreben und damit verbundene große urbane Fabrikationsanlagen, die „moderne Pressmethoden“ und „fortschrittliche Arbeitsstätten“ propagieren, bringen u.a. durch großflächiges Sammeln der Früchte und ständig steigende Ausstoßmengen das soziale, ökologische und wirtschaftliche Gleichgewicht zwischen Natur und Mensch aus dem Gefüge. Drastisch abnehmende Niederschläge verschärfen diese Entwicklung zusätzlich.

Vor diesem Hintergrund hat die Argand’Or GmbH ihr Engagement in der Arganeraie erneut verstärkt und mit Experten der Entwicklungszusammenarbeit und des Naturschutzes zwei weitere Projekte ins Leben gerufen.

Projekt: Nachhaltige Bewirtschaftung des Arganwaldes

„Die nachhaltige Bewirtschaftung des Arganwaldes in Südmarokko durch die ortsansässigen Frauen“ ist Name und Ziel zugleich dieses im Januar 2008 gestarteten Public Private Partnership (PPP)-Projektes zwischen der GIZ und Argand’Or. Über einen Zeitraum von zwölf Monaten werden die unterschiedlichen Stärken der Partner zielgerichtet kombiniert und schaffen so neue Impulse bei der Entwicklung der UCFA und der Arganeraie. Folgende Maßnahmen stehen dabei im Mittelpunkt:

  • Die Einrichtung eines international anerkannten Qualitätsmanagementsystems für handgepresstes Arganöl (HACCP)
  • Schulungen und Fortbildungsmaßnahmen für die Frauen der UCFA
  • Qualitätsanalysen für Referenzbestimmungen von Arganöl
  • Optimierung der Herstellung, Lagerung, Kontrolle, Verpackung etc.
  • Begleitung und Unterstützung auf internationalen Messen
  • Aufbau und Vermarktung der Eigenmarke „Tissaliwine“ der UCFA

Darüber hinaus werden zur Wiederaufforstung junge Arganbäume vom regionalen Forstdienst Agadir geliefert, der auch die Frauen bei der Pflege der Bäume berät.

Der Nutzen dieser Maßnahmen ist bereits spürbar und hängt in erster Linie mit dem wachsenden Grad an Bildung und Selbstorganisation der Frauen zusammen. Denn so gewinnen die Frauen an Einfluss und tragen selbstbestimmt zur regionalen Entwicklung der Arganeraie bei, die wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen treten wieder in ein Gleichgewicht. Darüber hinaus werden die natürlichen Ressourcen in angepasster Weise genutzt. Die Frauen setzen sich zunehmend selbstbewusst beim Schutz ihrer Wälder gegen andere, konkurrierende Interessen wie Holzgewinnung oder starke Beweidung durch. Und die lokale Bevölkerung engagiert sich bei der Aufforstung und Pflege von Arganbäumen, die zuvor nur durch den staatlichen Forstdienst erfolgte.

Schule

Die Regierung des Königreichs Marokko beurteilt die Partnerschaft zwischen Argand’Or und den Frauenkooperativen sowie das nachhaltige Konzept von Argand’Or als vorbildlich. Dazu seine Exzellenz Herr Rachad Bouhlal, Botschafter des Königreichs Marokko in Deutschland: „Das Konzept und die Präsentation der Arganölprodukte im Markt entspricht unseren Vorstellungen, wie hochwertige marokkanische Produkte auf dem deutschen und internationalen Markt dargestellt und vermarktet werden sollten.“

Mehr Information siehe GTZ-Broschüre (PDF, 1,7 MByte).

Projekt: Aufforstung der Arganbaumbestände

Die Arganie (Eisenholzbaum) wächst ausschließlich in der Arganeraie im Süden Marokkos. Seit Alters her ist die Herstellung von Arganöl aus den Nüssen der Arganbäume Frauenarbeit, die im sozialen Gefüge der Familien umgesetzt wird. Die Berberfrauen sammeln die extrem harten Nüsse, brechen die Mandel heraus und extrahieren hieraus in 24stündiger Arbeit mittels Handpressung das „Gold Marokkos“. Über diesen weltweit einzigartigen manuellen Prozess werden dem Arganöl seine wertvollen Inhaltsstoffe und sein einzigartiger nussig-würziger Geschmack entlockt. Eine weitere Besonderheit: Es gibt keinen Privatbesitz an Arganbäumen, denn die Bäume sind Eigentum des Königreiches Marokko. Die Familien und Kooperativen der Arganeraie erhalten lediglich Nutzungs- und Bewirtschaftungsrechte.

Im Rahmen der Partnerschaft mit der UCFA wurde im Februar 2008 von Argand’Or in enger Zusammenarbeit mit dem marokkanischen Forstamt DREF SO (Direction Regionale des Eaux et Forêts du Sud Ouest) der erste Teil eines breit angelegten Aufforstungsprogramms für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Arganbaumbestände umgesetzt. Mit dieser Aktion soll die ökologische, wirtschaftliche und soziale Nutzung des unter Schutz stehenden Arganbaumes in Südmarokko sichergestellt werden.

Arganie

In der südlichsten Provinz der Arganeraie, einem trockenen und kargen Landstrich, wurde Anfang Februar 2008 in einer feierlichen Zeromonie der erste neue Arganbaum gepflanzt. 300 weitere junge Bäume werden im Rahmen der Aufforstungsaktion alleine in dieser Region folgen. Argand’Or übernimmt u.a. die Anschaffung eines Wassertanks für die Bewässerung der Arganbäume und koordiniert die technische Umsetzung der Aktion.

Mit Unterstützung eines Entwicklungsbeauftragten der Region sowie in Abstimmung mit DREF SO und Argand’Or lernen die Kooperativen in einem dreitägigen Workshop die Technik der Aufforstung, Bewässerung und der nachhaltigen Pflege der Arganbäume kennen. Die Forstverwaltung DREF SO stellt die jungen Arganpflanzen für die Aufforstungen zur Verfügung und unterstützt die technische Schulung der Frauen.

DREF SO Frauengruppe

Sowohl das Aufforstungs- als auch das PPP-Projekt mit der GIZ unterstreichen die Unternehmensphilosophie von Argand’Or, sich sowohl vor Ort als auch in den internationalen Märkten wie Deutschland, USA und Japan für die Interessen und Notwendigkeiten der Menschen aus der Arganeraie einzusetzen und so die Zukunft des handgepressten Arganöls sicher zu stellen.

Als weltweit tätiges Bundesunternehmen der internationalen Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH die Bundesregierung bei der Verwirklichung ihrer entwicklungspolitischen Ziele. Sie bietet zukunftsfähige Lösungen für politische, wirtschaftliche, ökologische und soziale Entwicklungen in einer globalisierten Welt und fördert komplexe Reformen und Veränderungsprozesse auch unter schwierigen Bedingungen. Ihr Ziel ist es, die Lebensbedingungen der Menschen nachhaltig zu verbessern.

Mehr Informationen: GIZ: Die GIZ in Marokko und L'Arganeraie - Réserve de Biosphère

Die ökonomische und ökologische Bedeutung des Argand’Or Projektes für die Arganeraie und die in dieser Region lebenden Familien wird in einer Dokumentation des Senders ARTE TV sichtbar. Im Programm “360 Grad – Geo Reportage” wird in dem Beitrag “Arganöl – Marokkos weißes Gold” gezeigt, wie durch natürliche “Verwüstung”, durch Abholzung und durch intensive Landwirtschaft (Gewächsanbau von Obst und Gemüse) der Arganbaum – und damit die Einkommensgrundlage der Bevölkerung – bedroht sind.

Mehr Informationen: arte.tv

Das Gold Marokkos im ZDF

Im Frühjahr 2011 besuchte das Redaktionsteam des ZDF-Umweltmagazins Argand’Or und die Frauenkooperativen der UCFA in der Arganeraie um das Argand’Or Projekt und die weltweit einzigartige Handpressung von Arganöl (argania spinosa) kennenzulernen.

Argand'Or Arganöl im ZDF-Umweltmagazin

Der Film, der im ZDF Infokanal läuft, dokumentiert die Ergebnisse der langjährigen fairen und sozialen Partnerschaft zwischen der UCFA und Argand’Or. Er beschreibt die Bedeutung des Arganbaums für die Familien der Frauenkooperativen und zeigt gleichzeitig auch die Bedrohung des Arganbaums durch die fortschreitende landwirtschaftliche Industrialisierung.

Argand'Or Arganöl im ZDF-Umweltmagazin

 

 

 

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